2011 Brevet 600km Breisgau
| 21. Mai 2011 | Filled under Radfahren |
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Was für ein Abenteuer!
Um 7:00 einfinden im Augustiner und erstmal ordentlich Frühstücken, Unterlagen abholen und Ansprache lauschen. 8:00 – Los geht’s! Es verspricht eine warme Tour zu werden – und sie wird warm. Die ersten 100km laufen gut im Verband. Immer wieder wird der Puls kontrolliert, damit es ja nicht wie beim 400er läuft (300km Hui – 100km Pfui). Erste Verpflegung (3 Bananen, 1.5l Wasser, Schoko-Reiswaffeln) Bei 37°C geht es in die Berge. Knapp vor dem Aufstieg auf den Vue des Alpes plündere ich noch eine Tankstelle (Kaffee, Schinkengebäck, Landjäger, 1.5l Cola).

Auf dem Pass eine kurze Pause und dann weiter. Nach der Hitze nun endlich Regen. Ein Traumgefühl – kurze Hosen, kurzes Trikot, darüber die Regenjacke und -hose und dann bei konstanten 0 bis -1% einfach nur treten. An den Unterständen stehen Mitstreiter, doch nach der Erfahrung von letztem Jahr denke ich mir: Wer weiss wann der Regen aufhört – nun ist es noch warm ![]()
Der Regen hört auf und kommt wieder verstärkt – Irgendwann stelle ich mich auch unter. Zufällig finde ich einen Plastiksack, den ich überziehe um nicht komplett durchnässt zu werden und es geht weiter in die Nacht. Bergab läuft es ganz gut und in der nächsten Ortschaft fülle ich erstmal die Trinkflaschen in einer Bar auf (1.5l Cola). Hier treffe ich Jochen, der von meinem Plastiksack ganz begeistert ist und mich die nächsten 130km begleiten wird.

Da der Plastiksack zu warm wird und der Regen nachlässt geht es ohne ihn weiter. In Champagnole (300km) gibt es im “Big Ben” erstmal eine Lasagne, ein Cola, einen Kaffee und eine 1/2h Schlaf auf der Fahrradtasche. Durch die Dekoration “erwärmt” geht es um 0.45h weiter durch die Nacht.
Rundherum ist es finster und man fragt sich wieder einmal “Warum?”. Die Müdigkeit wird stärker und stärker, doch kein Schlafplatz in Sicht. Also weiter mit der Fahrt. Noch 20km bis zur nächsten Kontrolle. Die Beine werden schwerer und schwerer und die neue Hose schmerzt (leider doch eine Nummer zu groß gekauft). Nach 390km gibt es in der Kontrolle erstmal 4 Schokocroissants und ein Sprite. Nach einer 3/4h Schlaf neben dem Eisautomaten (relativ angenehm warm) geht es weiter. 14°C, gut gestärkt und eigentlich nurmehr knapp 200km voraus steigt die Motivation. Bis zur Kontrolle nach 450km läuft es sehr gut. Dann steigt die Temperatur allerdings weiter und weiter und die Motivation sinkt und sinkt.
Eine Pause um die Füße zu vertreten, die restlichen Nahrungsmittel zu vertilgen und Motivation zu tanken reicht um weiterzumachen. Nach 550km findet der obligatorische Reifenplatzter vorne statt. Nach 580km komme ich zur letzten Kontrolle und zur Feier des bevorstehenden Ziels gibt es eine Bananenmilch und ein Becks. Als ich wieder auf mein Rad steige muss ich feststellen, dass der Hinterreifen abgebremst ist. Mantel wechseln – Nein, keine Lust. Also mit viel Tape die Stelle umwickelt und ein kurzes Stossgebet, dass die letzten 30km gut laufen.
Nach knapp 34h komme ich dann im Augustiner an, es gibt die guten Bananenweizen und Flammkuchen. Dank Karim komme ich dann auch noch gut wieder nach Hause.
Fazit: 34h / 609km / 5950hm und ganz viel Schlaf.